Nachschau „Effektive Schwarzwildbejagung und ASP-Prävention“

Ungewöhnliche Zeiten erfordern auch in der JV-Kirchheim neue Ideen und Konzepte. So führten wir unsere erste Fortbildung dieses Jahres online durch. Auch bei unserem Schwarzwild gibt es immer wieder neue Erkenntnisse und bei der ASP stehen wir in Deutschland am Beginn der Ausbreitung. Dieses Thema ist aktuell durch die Corona-Pandemie in den Medien und der öffentlichen Wahrnehmung zwar aktuell in den Hintergrund getreten, aber dennoch präsent.

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 Am 19. März hielt Alwin Schnabel einen Vortrag über effektive Schwarzwildbejagung und ASP-Prävention. Pünktlich um 19.00 Uhr begann die Fortbildung online. 

Zu Beginn erläuterte er neuere Erkenntnisse über die Lebensweise der Sauen. Zum einen erklärte er, dass die Geschlechtsreife der Bachen vom Gewicht abhängt und nicht vom Alter. Außerdem ging er darauf ein, dass die Raumnutzung und Laufstrecken vom Schwarzwild geringen sind als bisher angenommen. Nach dieser Einleitung präsentierte Alwin Schnabel die Streckenentwicklung und die Faktoren, die sich darauf auswirken können. Während den Zuschauern der Streckenrückgang durch Mastjahre bereits bekannt war zeigten sie sich davon überrascht, dass Schwarzwildschäden auf den Wiesen auf eine erhöhte Regenwurmaktivität zurückgeführt werden können.

Alwin Schnabel nannte nicht nur Daten und Zahlen zu den jährlichen Schwarzwildstrecken, sondern unterschied die Jagdarten auch nach Streckenanteil und zeitlichem Aufwand. Dabei schien beim Ansitz an der Kirrung zahlenmäßig der größte Anteil an Schwarzwild erlegt zu werden, die kleinen Drückjagden im eigene Revier schneiden hingegen unter dem Zeitaspekt am besten ab, tragen aber nur einen vergleichsweise geringen Teil zur Jahresstrecke bei. Mit eindrücklichen Videos konnte auch das Verhalten der Sauen während der Drückjagd gezeigt werden. Diese Videos wurden schließlich in einem Satz zusammengefasst: Die Sauen kennen das Spiel. Darauf zu reagieren sei nun wichtig, nicht zuletzt angesichts der zunehmen Mastjahre und dem Näherkommen der ASP. Und obwohl Alwin Schnabel anmerkte, dass das Schwarzwild sehr unterschiedlich auf die Störungen einer Drückjagd reagieren, erinnerte er an einige grundlegenden Elemente, wie Sinnesorgane und Fluchtdistanzen des Schwarzwildes, bewarb aber auch weniger verbreitete Methoden, wie die Jagd mit dem Klettersitz.

Zum Schluss ging er auf die Gefahren der ASP ein. Dabei spielt vor allem die Überlebensfähigkeit des Erregers eine große Rolle. Die Zuhörer wurden darüber aufgeklärt, was in Bezug auf die Afrikanische Schweinepest beim Auffinden eines verendeten Wildschweins zu tun ist. Anschließend wurden Maßnahmen wie Restriktionszonen erläutert. Alwin Schnabel schloss seinen Vortrag mit einer Karte des Friedrich-Löffler-Instituts, auf der die aktuellen ASP-Fälle eigezeichnet waren.

Wenn auch die fehlende sonst übliche Nachbesprechung im gemütlichen Rahmen ein Wermutstropfen war, zeigten sich die Teilnehmer mit dem ersten Webinar der Jägervereinigung Kirchheim sehr zufrieden und lobten die fachlich sehr gut vorbereitete Veranstaltung.