Nachschau: Mitgliederversammlung 2022

Am Freitag, 22. April, fand in der Weilheimer Limburghalle unsere Mitgliederversammlung 2022 statt.

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Aufgrund des kürzeren zeitlichen Abstandes zwischen den letzten beiden Mitgliederversammlungen und mit Blick auf das Jubiläumsjahr 2023 wurde auf Gastredner bewusst verzichtet. Trotz des kurzen Programms waren zahlreiche Mitglieder erschienen. Bedingt durch die vielfältigen zurückliegenden Aktivitäten und eine beherzte Folgeplanung fielen der Geschäftsbericht und der Ausblick nicht spürbar kürzer aus. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Bläsergruppe der Jägervereinigung.

Zu Beginn der Versammlung wurde der verstorbenen Mitglieder gedacht. Die Anwesenden nahmen Abschied von Karl Pommer, Heinz Uhlmann und Wolfgang Hoyler.

Für seine langjährige Mitgliedschaft wurde Albrecht Raff mit der goldenen Ehrennadel für 70 Jahre geehrt. Die goldene Ehrennadel erhielten außerdem Martin Doll für 50 und Karl Hans Sablowski für 40 Jahre. Dr. Thomas Stegmanns bekam die silberne Ehrennadel für 25 Jahre in der Jägervereinigung. Unter den Ausgezeichneten ist insbesondere Huldreich Müller beachtenswert – er wurde für sein 70 Jahre langes Engagement als Bläser und zeitweise musikalischer Leiter in unserer Jagdhornbläsergruppe geehrt. Zu seinen Ehren stimmte die Jagdhornbläsergruppe ein „Hoch soll er leben“ an. Für ihr 30-jähriges Engagement als Jagdhornbläser wurden Doris Speißer, Doris Stephan, Jürgen Speißer und Alfred Stark mit der Bläsernadel gewürdigt. Die bronzene Verdienstnadel des Landesjagdverbands erhielt der stellvertretende Kreisjägermeister Thomas Doll für sein bemerkenswertes Engagement.

Den Geschäftsbericht begann Kreisjägermeister German Kälberer mit guten Nachrichten: Seit der letzten Hauptversammlung konnte die Jägervereinigung 27 neue Mitglieder gewinnen. Der starke Zuwachs blieb auch dem Landesjagdverband nicht verborgen, merkte Schriftführer Ulrich Holyler an und berichtete, dass in der Aprilausgabe von „Jagd in BW“ der Jägervereinigung ein Zuwachs von 22,8 Prozent zugesprochen wurde. Damit landet die JV Kirchheim auf dem 6. Platz der zuwachsreichsten Kreisjägervereinigungen. Ulrich Hoyler nutzte den Anlass und dankte Mitgliedern wie Kathrin Falkenberg, Hans Hepperle, German Kälberer und Thomas Doll für ihre fleißige Anwerbung neuer Mitglieder.

In Sachen Konfiskatstelle konnte German Kälberer trotz intensiven Schriftverkehrs mit der Stadt Kirchheim, dem Landkreis Esslingen und dem Ministerium für ländlichen Raum von keiner Veränderung berichten. Die Jägervereinigung kritisiert, dass der Zweckverband der Tierkörperbeseitigung ZTN Süd seit dem 1. Januar 2021 Gebühren verlangt. Davon betroffen sind 20 Sammelstellen von Jägervereinigungen und 6 Sammelstellen von Fort BW. Bei der ZTN Neckar-Franken werden diese Gebühren hingegen von den Stadt - und Landkreisen im Verbandsgebiet übernommen.

Ab 2022/2023 ist die Streckenmeldung verpflichtend. Das Wildtierportal, das zu diesem Zweck genutzt werden soll, ist nun einsatzfähig. Am 29. September bietet die Jägervereinigung eine Fortbildung zu dem Portal an. Wer zuvor schon Unterstützung benötigt, kann sich bei German Kälberer melden.

Eine weitere Fortbildung, für die der Termin bereits feststeht, ist das Seminar „Jagd mit Klettersitz“ von German Kälberer. Die Veranstaltung wird am 28. Juli im Revier Ebersbach stattfinden. Ein Abendvortrag über internationale Jagdreisen ist im Februar 2023 vorgesehen. Außerdem ist der Kochkurs „Wild in der heimischen Küche“ mit Jürgen Stümpflen weiterhin in Planung.

German Kälberer wies auch auf die vergangenen Fortbildungen der Jägervereinigung hin: Am 24. Februar fand im Deutschen Haus eine Seminar zum Präparieren von Jagdtrophäen mit dem Präparator Harald Matzke statt.  Außerdem boten Schießobmann Marcus Schäfer und der stellvertretende Kreisjägermeister Thomas Doll am 6. April einen Schießtermin an, der auch eine Fortbildung zum Thema Montage und Anschießen von Zielfernrohren und Vorsatzgeräten enthielt, an. Nur einen Tag vor der Mitgliederversammlung führte Thomas Doll einen Workshop zum Thema Kitzrettung mit der Drohne im Revier Nabern durch.

Auch die Rechenschaftsberichte der Obleute fielen positiv aus: Katharina Daiss, Obfrau für Informations- und Öffentlichkeitsarbeit präsentierte die überarbeitete Kategorie „Genuss Wild“ auf der Website. Statt der Weiterleitung zu einer „toten“ Internetadresse werden nun die Angebote des Landesjagdverbandes aufgegriffen. Bläserobmann Patrick Schwarz dankte seinen Bläserkameradinnen und Bläserkameraden für ihr Engagement, Jutta Doll für ihre musikalische Leitung und Frank Keller für das zur Verfügung stellen des Probenlokals. Außerdem wies er darauf hin, dass die Proben der Jagdhornbläsergruppe am 15. Februar wieder begonnen haben und die Jägervereinigung seit dem 12. April einen neuen Bläserkurs anbietet. Hundeobmann Alfred Stark berichtete vom Hundeführerlehrgang, der am 6. April begonnen hatte. Bemerkenswert ist nicht nur die hohe Anzahl von 14 Teilnehmern, sondern auch die Vielzahl an unterschiedlichen Jagdhunderassen. Schießobmann Marcus Schäfer gab den Anwesenden einen Überblick über die Schießstätten und Schießtermine. Neu ist, dass das Schießen in Bad Boll zukünftig vom neuen Mitglied der JV Kirchheim und Mitglied im Schützenverein Bad Boll Stefan Milwich betreut wird. Biotopobmann Suad Babahmetovic berichtete, dass 150 Kilo an Wildacker-Saatgutmischungen bestellt wurden und erinnerte an den Workshop „Richtiges Anlegen eines Wildackers“, der am 13. Mai stattfindet. Außerdem präsentierte er die Besatzentwicklung der Feldhasen, die als „stabil mit leichtem Wachstum“ zusammengefasst werden kann. Der Obmann für Junge Jäger, Timo Rehm, blickte auf den wie immer gut besuchten Termin im Jagdkino Wallenhausen und die revierübergreifende Drückjagd in Weilheim mit den Jungen Jägern zurück. Außerdem verkündete er, dass in diesem Jahr der Schießkinotermin am 25. September und die Drückjagd am 3. Dezember stattfinden wird. Auch Gabriele Eichler, Obfrau für Lernort Natur, wurde nicht mehr von Corona ausgebremst: Im Mai geht Lernort Natur mit Grundschülern der Kirchheimer Freihofgrundschule und mit Kindergartenkindern vom Owener Kindergarten Rinnenweg in den Wald.

Nach den Rechenschaftsberichten entlasteten die Anwesenden den Vorstand unter der Moderation von Bezirksjägermeister Jochen Sokolowski einstimmig.

Darauf folgte der Bericht des Kassenprüfers Christoph Zink: Das Geschäftsjahr ging mit einem Plus von 6459,90 Euro zu Ende. Das liegt vor allem daran, dass die Jägervereinigung im vergangenen Jahr keine großen Ausgaben zu verzeichnen hatte und so viele neue Mitglieder gewonnen hat. „Wir stehen finanziell gut da“, freute sich Kreisjägermeister German Kälberer. Auch der Kassier Rainer Stümpflen wurde einstimmig entlastet.

Die Wahl des Kreisjägermeisters und des stellvertretenden Kreisjägermeisters fiel erwartungsgemäß ohne besondere Vorkommnisse aus: Kreisjägermeister German Kälberer stellte sich erneut zur Wahl. Er betonte die Verbindung, die er zu den Mitgliedern empfindet und den Spaß, den ihm die Arbeit macht. Außerdem lobte er seinen erweiterten Vorstand, der immer mit ihm an einem Strang zieht, und beschrieb sich und den stellvertretenden Kreisjägermeister als „gutes Team“. Auch Thomas Doll stellte sich wieder zur Wahl und lobte die gute Arbeit mit dem Kreisjägermeister: „Wir sind ein hervorragendes Team, gemeinsam bringen wir PS auf die Straße“. Gegenkandidaten gab es keine. Beide Kandidaten wurden einstimmig in ihrer Funktion wiedergewählt.

Dass die Jägervereinigung 2023 100 Jahre alt wird, gab der Kreisjägermeister schon in der letzten Mitgliederversammlung bekannt. Damals kündigte er an, dass das Jubiläum gebührend gefeiert werden soll. Diesmal war der Vorstand mit der Planung schon weiter: Im Jubiläumsjahr stehen eine größere Hauptversammlung und ein öffentliches Sommerfest an. Außerdem plant die Jägervereinigung  eine Hubertusmesse in Kirchheim. Darüber hinaus ist eine Festschrift in Planung, die im Wesentlichen die Chronik unseres Ehrenkreisjägermeisters Bernd Budde zur Basis hat. Auf die Forderung nach Vorschlägen reagierten die Anwesenden mit vielfältigen Ideen: Eine Art Jägerball mit Tanz und Musik und einen Schießwettbewerb wünschten sich die Mitglieder. Außerdem wurde der Hirschgarten von Reinhard Segatz als Veranstaltungsort vorgeschlagen. Zu einem großen Teil sind die Pläne noch nicht konkret. Darum ist eine exakte Schätzung der Ausgaben für Fest und Festschrift und das Jubiläumsjahr noch nicht möglich. Um weiterplanen und -arbeiten zu können stellte German Kälberer den Antrag, einen Etat von 20 000 Euro aus der Kasse der Jägervereinigung bereit zu stellen. Auf die Forderung der Mitglieder gab der Kassier eine kurze Einschätzung ab. Rainer Stümpflen verwies erneut darauf, dass die Jägervereinigung finanziell sehr gut aufgestellt ist. Die geforderte Summe entspricht etwa der Hälfte des Kassenbestandes. Außerdem wies der Vorstand darauf hin, dass der Jägervereinigung keine ungeplanten größeren Ausgaben bevorstehen. Die darauffolgende Abstimmung fiel einstimmig für den Antrag aus.

Damit kam der offizielle Teil der Mitgliederversammlung zu einem positiven Ende. Viele Mitglieder nutzten den übrigen Abend in geselliger Runde, um sich auszutauschen und die mitgebrachten Trophäen im Foyer zu betrachten. Besonderer Dank geht an unsere Jagdhornbläsergruppe, die die Veranstaltung vortrefflich musikalisch umrahmt und begleitet hat – schön, dass wir sie haben.